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Deutscher Volkshochschul-Verband

„Forever Young“: 100 Jahre Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen

Dr. Christian Henkelmann wird neuer Landesvorsitzender des Volkshochschulverbandes in Nordrhein-Westfalen

Dr. Christian Henkelmann

In der der heutigen Mitgliederversammlung des Landesverbandes der nordrhein-westfälischen Volkshochschulen wurde der ehemalige Remscheider Stadtdirektor und Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt auf den Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Nacke, der sein Amt im Sommer dieses Jahres niederlegte. Interimistisch wurde der Landesverband bis zur Neuwahl heute von den Stellvertretern Barbara Lorenz-Allendorff und Michael Imberg geführt.

Der neue Vorsitzende ist seit Anfang 2018 Beauftragter der Stadt Remscheid für Landes- Bundes- und Europäische Angelegenheiten. Von 2002 bis 2018 war er Beigeordneter in selbiger Kommune, u. a. zuständig für Schule und Sport, Kultur und Weiterbildung, Bauen und Wirtschaftsförderung, Kämmerei und Ordnung sowie Stadtmarketing. Dr. Christian Henkelmann (geb. 1952) verfügt über breite Erfahrungen im Kunst-, Kultur- und Weiterbildungsbereich und ist in der Politik sehr gut vernetzt.

Als ehemaliger Redenschreiber für Helmut Kohl für kulturpolitische Fragestellungen und Büroleiter des ehemaligen Oppositionsführers im Düsseldorfer Landtag Helmut Linssen (1990 bis 1999) sammelte er hier umfangreiche Erfahrungen.

100 Jahre Zukunft durch Vielfalt: Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen positionieren sich als selbstbewusster Gesprächspartner der Politik

Anlass der 100-Jahr-Feier der nordrhein-westfälischen Volkshochschulen in der Düsseldorfer Volkshochschule unterstrich der 2. stellv. Vorsitzende des Volkshochschulverbandes in Nordrhein-Westfalen, Michael Imberg, dass die rund 130 Volkshochschulen im Land unentbehrlich seien. Vor dem Hintergrund einer zusehends angespannten Gesellschaft und zunehmender Verunsicherungen durch Migration, eine internationalisierte Wirtschaft und wachsender globaler Konflikte um Ressourcen müssten in jeder Kommune die Volkshochschulen weiter gestärkt werden. Die Volkshochschulen hätten sich in den vergangenen 100 Jahren eine große Zukunftskompetenz erworben. Sie verbänden Menschen mit unterschiedlicher Herkunft und Interessen. In den Volkshochschulen läge viel Potenzial, um den Herausforderungen wie Digitalisierung und kulturellen Werten gerecht zu werden.

Unverzichtbarer Beitrag für das Zusammenleben und Miteinander im Land

Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, betonte gegenüber den rund 200 Gästen in Düsseldorf, die guten Perspektiven für die Volkshochschulen im Land: „Die Volkshochschulen leisten unverzichtbare Beiträge für das Zusammenleben und das demokratische Miteinander in unserem Land. Sie stehen seit 1919 für das Recht auf Bildung – und fördern den Zusammenhalt und die gesellschaftliche Teilhabe aller. Die Angebote reichen von Sprach- und Integrationskursen über politische Bildung bis hin zum Nachholen von Schulabschlüssen oder beruflicher Weiterbildung“

Enge Kooperation mit der Landesregierung beim Weiterbildungsgesetz

Im Gespräch mit der WDR-Journalistin Jeanette Kuhn betonte das Regierungsmitglied ausdrücklich die Bedeutung der Novellierung des Weiterbildungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen für die Zukunft der Volkshochschulen. Ziel sei hier, die vielfältige Weiterbildungslandschaft in Nordrhein-Westfalen zu stärken: „Wir möchten hier Vorbild sein und weiterhin schnell auf gesellschaftliche Herausforderungen wie die Digitalisierung oder die Integration von Zugewanderten reagieren.“ Damit sei der Anspruch „Forever Young“ auch im Weiterbildungsgesetz hinterlegt

Dr. Henkelmann stehend 5. von links inmitten des Vorstands des Landesverbandes

Volkshochschulen mit hoher Kompetenz bei Integrationsthemen

Gemeinsamer kritischer Punkt im Rahmen der Podiumsdiskussion mit u. a. Staatssekretär Klaus Kaiser, Ulrich Aengenvoort, Verbandsdirektor des Deutschen Volkshochschul-Verbandes Reinhard Grätz, ehem. Parlamentarier und „Vater des Weiterbildungsgesetzes“: Es werde manchmal so getan, als hätten die Volkshochschulen – wie alle anderen Institutionen auch – erst 2015 auf diese gesellschaftspolitische Herausforderung reagiert. Ein scharfer Blick auf die historische Entwicklung unserer Angebote, gerade in Nordrhein-Westfalen zeige, dass die Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen in enger Verbindung mit den jeweils aktuellen Migrationsbewegungen und -politiken stehen. Tatsache sei: Die Volkshochschulen in Großstädten begannen bereits in den 1960er Jahren Angebote im Bereich Deutsch, Grundbildung, Beratung und Unterstützung, auch bei Alltagsproblemen und Behördenangelegenheiten zu organisieren. Das war die Betreuung der so genannten Gastarbeiter, später kamen neue Aufgaben hinzu. Rückblickend könne man stolz sein, hier einiges initiiert zu haben. 

Die Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen: Zahlen, Daten, Fakten und Historie.

In Nordrhein-Westfalen sind rund 130 der bundesweit über 900 Volkshochschulen angesiedelt. Um die Weiterbildung zu stärken und zukunftsfest aufzustellen, wird das Land das Weiterbildungsgesetz im Jahr 2020 modernisieren.

In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 460 Weiterbildungseinrichtungen in kommunaler und freier Trägerschaft, sie haben im Jahr 2017 rund 257.000 Bildungsveranstaltungen mit 3,6 Millionen Teilnahmefällen und 6,9 Millionen Unterrichtstunden durchgeführt. Träger der rund 130 Volkshochschulen sind die Kommunen, Träger der weiteren Einrichtungen sind vielfältige gesellschaftliche Akteure wie Kirchen, Gewerkschaften, der organisierte Sport, parteinahe Stiftungen, Wohlfahrtsverbände, Vereine und Initiativen.

Mit der Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung im August 1919 ist die Volksbildung erstmals verfassungsrechtlich verankert worden. Das ist die Geburtsstunde der Volkshochschulen, die in Folge dieser Entscheidung zahlreich in ganz Nordrhein-Westfalen entstehen.

Simone Kaucher
Pressesprecherin

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  • Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.

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