Liebe Leser*innen,
welches Zeichen setzt die Bundesregierung zum Ende ihrer Amtszeit noch für das Gesamtprogramm Sprache? Mit Spannung haben wir die Entscheidung des Haushaltsausschusses für die Billigung einer überplanmäßigen Ausgabe für Integrationskurse in Höhe von rund 560 Mio. EUR am gestrigen Mittwoch erwartet. Etliche Volkshochschulen mussten ihr Kursangebot zum Jahresbeginn bereits drastisch einschränken. Vor diesem Hintergrund ist die Freigabe der notwendigsten Mittel in Höhe von rund 262 Mio. EUR zur Finanzierung der Integrationskurse bis zum August dieses Jahres das Erreichen eines Etappenzieles. Doch hat die radikale Beschneidung der Mittel für das Gesamtprogramm Sprache im Haushaltsentwurf für 2025 gezeigt, dass gesellschaftlich und wirtschaftlich unverzichtbare Bildungsmaßnahmen, wie es die Integrations- und Berufssprachkurse sind, bei angespannter Haushaltslage zur Disposition gestellt werden. Fehlt es im politischen Raum immer noch an Verständnis dafür, dass Bildung und Weiterbildung essenziell für unsere Wissensgesellschaft sind? Eine lebenswerte Zukunft braucht informierte und engagierte Bürger*innen. Lebenslanges Lernen befähigt Menschen, im persönlichen, beruflichen und öffentlichen Leben verantwortlich zu handeln und unsere demokratische Gesellschaft mitzugestalten. Darum fordern wir vor der Bundestagswahl von den Parteien verlässliche Rahmenbedingungen, ausreichende Ressourcen und langfristige Planungssicherheit für die Volkshochschulen.
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen
Ihre
Julia von Westerholt