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Deutscher Volkshochschul-Verband

Mehrsprachigkeit und Herkunftssprachen

Die Förderung von Mehrsprachigkeit gilt als eines der politischen Kernziele der Europäischen Union. In der zusammenwachsenden Welt stellt die Öffnung gegenüber anderen Kulturen – unter Wahrung herkunftssprachlicher Identitäten – eine Schlüsselkompetenz dar.

Inhalt

Die Förderung mehrsprachiger Kompetenzen gilt als eines der politischen Kernziele der Europäischen Kommission. In einer zusammen­wachsenden Welt stellt Mehrsprachig­keit im beruflichen und privaten Kontext eine entscheidende Schlüsselkompetenz dar. Das Erlernen von Sprachen trägt zur Entwicklung Interkultureller Sichtweisen bei und bewirkt eine größere Offenheit für andere Kulturen. Zugleich unterstützt der Ausbau herkunftssprachlicher Kompetenz den Identitätsfindungsprozess von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.

Förderung mehrsprachlicher und herkunftssprachlicher Kompetenz – die Volkshochschulen

Die Volkshochschulen fördern mit einem vielfältigen sprachlichen Angebot die individuelle mehrsprachige und herkunftssprachliche Kompetenz ihrer Teilnehmer*innen. So unterstützt eine an Mehrsprachigkeit orientierte Didaktik die Entwicklung eines kommunikativen Reper­toires. In der Entwicklung ihrer herkunftssprachlicher Kompetenzen werden die Teilnehmer*innen durch spezifische, zweitsprachenorientierte Programme begleitet.


Sprachberatungen

Die Volkshochschulen haben eine jahrzehntelange Expertise in der Sprachberatung von interessierten Lerner*innen. vhs-Mitarbeiter*innen diagnostizieren deren Lernvoraussetzungen und beraten bei der Auswahl eines Kurses. Dabei ist sowohl die Sprachberatung als auch die Einstufung der Teilnehmenden auf den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) abgestimmt. Vorrangiges Ziel ist, die Lernenden in ein passgenaues Kursangebot zu vermitteln, das sich an ihren tatsächlichen Bedürfnissen orientiert. 


Sprachprüfungen und -zertifikate

Kursteilnehmer*innen können an Volkshochschulen international anerkannte Sprachzertifikate erwerben. Besonders eng arbeiten die Volkshochschulen dabei mit der gemeinnützigen telc gGmbH, einer Tochtergesellschaft des DVV, zusammen. Diese bietet mit den telc - language tests aufeinander abgestimmte Prüfungen in zehn Sprachen an. Viele Volkshochschulen eröffnen Zugewanderten darüber hinaus die Möglichkeit, ihre herkunftssprachlichen Kompetenzen auszubauen und für einige Sprachen mit einem Abschlusszertifikat aufzuwerten. 

Informationen zu angebotenen Sprachprüfungen an Volkshochschulen finden Sie auf den Webseiten der Einrichtungen und ihrer Landesverbände.


Digitalisierte Qualität: Das Praxishandbuch Sprachen

Das Praxishandbuch Sprachen ist ein umfangreiches Handbuch zur Qualitätssicherung im Programmbereich Sprache & Integration. Acht Kapitel widmen sich übergreifenden Themen wie z.B. Sprachen und Europa, Mehrsprachigkeit, Integration oder Digitales Sprachenlernen und konkreten Themen wie der Akquise von Mitarbeiter*innen, Programmplanung, Prüfungen, Sprachenmarketing oder Kooperationen mit anderen Institutionen. Das praxisnahe Handbuch enthält eine Vielzahl an Vorlagen, Checklisten und Anleitungen, die das Programm-Management im Alltag unterstützen.

Zurzeit wird das Handbuch digitalisiert. Geplant ist, dass ab Januar 2020 online auf die Inhalte zugegriffen werden kann.

Für Rückfragen steht Ihnen Frau Dr. Stoike-Sy (stoike-sy at dvv-vhs.de/ 0228/975 69-170) zur Verfügung.


Konzepte | Projekte | best practice

Bundesweite Beispiele aus dem Bereich Mehrsprachigkeit und Herkunftssprache unterstreichen die Vielfalt des Programmangebots in diesem Bereich:

„Sprachtandem“

Ein Sprachentandem eignet sich für alle Lerner, die über ausreichende Vorkenntnisse verfügen, um ein Gespräch in einfacher Sprache zu führen. Der Fokus liegt dabei auf dem Miteinander sprechen. Jeder Tandempartner lernt eine Sprache des anderen und lehrt den anderen eine Sprache, die er/sie sehr gut beherrscht. Der individuellen Ausgestaltung sind dabei keine Grenzen gesetzt: sich über Themen unterhalten, gemeinsam ein Konzert besuchen, zusammen Schreib- oder Grammatikübungen durchgehen, etc. Man trifft sich im Café, im Park oder online. Ein Tandem kann unabhängig von einem Sprachkurs begonnen werden oder diesen begleiten.

Die Sprachtandem-Börse der Hamburger Volkshochschule ist seit März 2018 online und kann bundesweit kostenlos genutzt werden. Ein Tandem ermöglicht ein informelles und selbstbestimmtes Sprachenlernen und -lehren.


Mehrsprachenkurse

In einem Mehrsprachenkurs werden mehrere Sprachen zeitgleich in einem Kurs gelernt, was die Entwicklung individueller Mehrsprachigkeit, wie z.B. metasprachlicher Fähigkeiten forciert. Es können Sprachen einer Sprachfamilie (z. B. Italienisch, Französisch und Spanisch) oder komplett unterschiedliche Sprachen (z.B. Italienisch, Kroatisch, Ungarisch und Türkisch) fokussiert werden.

Schon seit 2011 bietet die vhs Eschweiler Mehrsprachenkurse an. In diesen werden bis zu 10 Sprachen vergleichend gelernt.


„Mehrsprachig erfolgreich sein“ – Herkunftssprachen stärken in Niedersachsen

Mehr als 260 Schüler haben zwischen 2012 und 2015 im Rahmen eines Modellprojekts zur herkunftssprachlichen Mehrsprachigkeit in Niedersachsen ein Sprachzertifikat (B1 oder B2) für Türkisch oder Polnisch erhalten. Die Sprachkurse in der Herkunftssprache für Schüler der Sekundarstufe wurden in der Mehrzahl durch Volkshochschulen an sieben Modellstandorten organisiert (2/3 der Kurse in Türkisch, 1/3 in Polnisch). Die Sprachprüfungen fanden im Anschluss statt. Der Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsens koordinierte das Modellprojekt „Mehrsprachig erfolgreich sein“ gemeinsam mit dem Niedersächsischen Kultusministerium. Mit der letzten Zertifikatsverleihung am 2. Oktober 2015 wurde das Projekt abgeschlossen.

Mitteilung des Niedersächsischen Kulturministeriums


Deutsch-französischer Wettbewerb im Saarland. Preisverleihung "Mon plus beau mot français – mein schönstes deutsches Wort"

Die schönsten Wörter in Deutsch bzw. in Französisch wurden auf der Abschlussveranstaltung zur Europawoche 2018 am 2. Mai 2018 in Saarbrücken prämiert. 115 Teilnehmer*innen (zwischen 22 und 89 Jahren!) hatten zuvor an saarländischen Volkshochschulen und lothringischen Universités Populaires Französisch- bzw. Deutschkurse belegt. Die ersten drei Plätze wurden jeweils zweimal vergeben (einmal für Deutsch, einmal für Französisch). 

Mitteilung des Landesverbandes des Saarlandes

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • vhs-Lernportal, Websoap Schnitzel und Dolmades, 2012, Regie: Dennis Todorovic
  • Fotografin Nola Bunke
  • telc gGmbH
  • DigiOnline
  • Fotografin Malgorzata Müller
  • VHS Landesverband Saarland
  • Fotograf Axel Herzig

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